Willkommenskultur für das Bewerberinterview

Sie haben es geschafft. Ihre Personalmarketingaktivitäten waren erfolgreich und Sie haben interessante Bewerbungen erhalten. Nun laden Sie die ersten vielversprechenden Kandidaten zu einem persönlichen Gespräch ein. Eine Situation wie vor dem ersten Date mit dem bisher nur flüchtig bekannten Wunschpartner.  Sind Sie vorbereitet, sich von Ihrer besten Seite zu zeigen und es Ihrem Besuch so angenehm wie möglich zu machen?

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Es gibt keine zweite Chance
für einen ersten Eindruck. Diese Weisheit taucht mit Sicherheit in den meisten Bewerbertrainings auf, aber sie gilt auch umgekehrt.Beim Ersten persönlichen Kontakt erreicht das Personalmarketing eine neue Phase. Nach der Kommunikation über Medien, dem schriftlichen Austausch und gegebenenfalls einem telefonischen Erstgespräch folgt nun das erste persönliche Aufeinandertreffen. Diese Situation bietet eine Fülle von Möglichkeiten, sich von der besten Seite zu zeigen und dementsprechend auch viele Fallstricke, die den ersten Eindruck negativ belasten können.

Es beginnt mit der Terminabsprache und der Einladung zum Gespräch. Eine Terminabsprache sollte immer zunächst telefonisch getroffen werden, dabei wirkt es außerordentlich sympathisch, wenn Kandidaten, die eine weite Anreise haben, nicht gleich am frühen Morgen empfangen werden sollen. Bedenken Sie die Reisezeit und schlagen Sie eine angenehme Uhrzeit vor, die eine entspannte Anreise ermöglicht. Und gehen Sie soweit wie möglich auf die Wünsche des Bewerbers ein.

Wie steht es mit der Anreise? Möchten Ihre Kandidaten mit öffentlichen Verkehrsmitteln anreisen, dann sollten Sie genaue Angaben zur Anreisemöglichkeit machen und im Idealfall ungefragt den Service anbieten, Ihren Kandidaten eine individuelle Anreise vorzuschlagen. Dazu gehören Fahrpläne, die Vorbestellung der Fahrkarten und die Sitzplatzreservierung. Ist für die letzte Etappe ein Taxi notwendig, sollten Sie dieses vorbestellen und den Kandidaten abholen lassen.

Kandidaten, die mit dem Auto anreisen, versorgen Sie mit einer präzisen Anreiseskizze, einer  Zieladresse für die Eingabe ins Navigationsgerät und individuellen Tipps, wo in Ihrer Stadt mit Verkehrsbehinderungen zu rechnen ist.

Sämtliche Anreiseunterlagen schicken Sie mit der schriftlichen Terminbestätigung rechtzeitig an Ihre Kandidaten und nennen in diesem Schreiben zugleich die Gesprächspartner und deren Funktionen. (Kandidaten wollen wissen, mit wem sie es zu tun haben, und werden die Gesprächspartner häufig bei Xing oder LinkedIn nachschlagen, also achten Sie darauf, dass die Gesprächspartner aus Ihrem Haus ein aussagekräftiges Profil anbieten)

Durch diesen Service wertgeschätzt, werden Ihre Kandidaten mit einer positiven Einstellung anreisen und gespannt darauf sein, wie sich das Unternehmen im persönlichen Kontakt darstellt.

Für den ersten Eindruck vor Ort
sorgen jedoch nicht Ihre Mitarbeiter, sondern Fahne-1-finaldie Gestaltung ihres Gebäudes und Ihres Empfangs. Für Bewerber, die mit dem Auto anreisen sollte ein Besucherparkplatz in unmittelbarer Nähe zum Eingang ihres Unternehmens zur Verfügung stehen. Bedenken Sie, dass Bewerber in diesem Moment der ersten Begegnung extrem aufmerksam sind und sämtliche Details ihres vielleicht zukünftigen Arbeitsplatzes kritisch wahrnehmen. Sind die Besucherparkplätze, sofern überhaupt vorhanden, weit vom Eingang entfernt und läuft der Bewerber dann an zahlreichen „Geschäftsführungs-, Vorstands-, oder sonstigen hierarchisch klassifizierten Parkplätzen entlang, bevor er den Eingang erreicht, hat ihn die erste Information über Hierarchie und Bedeutung von Titeln und Statussymbolen in Ihrem Unternehmen bereits erreicht.

Und wie sehen eigentlich die Außenanlagen aus? Alles gepflegt,  die Wege gereinigt, der Rasen gemäht, frisch gestrichen und wehende Fahnen? Oder läßt die Außenanlage darauf schließen, dass die gegenwärtige Ertragslage eiserne Sparmaßnahmen erfordert?

Die Erfahrung mit der Willkommenskultur
in Ihrem Unternehmen setzt sich dann am Eingang fort. Ist der Eingang gut zu finden und öffnen sich großzügige Türen automatisch, dann wird Ihr Besuch sicher gerne eintreten. Eine verschlossene Tür, bei der erst nach einer womöglich schwer zu findenden Klingel gesucht werden muß, baut unnötige Hindernisse auf. Und wenn aus Sicherheitsgründen oder wegen der baulichen Gegebenheiten nicht auf das Bitten um Einlaß via Klingel und Sprechanlage verzichtet werden kann, dann sollte dies auch im Einladungsschreiben erwähnt werden, um den Kandidaten auf diese Situation vorzubereiten. Selbstverständlich ist Ihr Empfang über den Besuch unterrichtet, kennt sowohl den Namen des Besuchers als auch die entsprechenden Ansprechpartner im Haus und bietet den vielleicht etwas zu früh gekommenen Besuchern neben einem freundlichen Lächeln auch ein Getränk und einen Sitzplatz an.

Als letzte entscheidende Geste der Wertschätzung wird der Kandidat von einem der angekündigten Gesprächspartner pünktlich abgeholt, der sich zunächst nach dem Befinden und der Qualität der Anreise erkundigt, bevor es dann gemeinsam zum Gespräch geht.

Ich bin mir sicher, dass soviel Service und Entgegenkommen dabei hilft, bereits vor dem Gespräch ein Minimum an Vertrauen aufzubauen und die Situation für beide Seiten angenehmer zu gestalten, was dem folgenden Gespräch zu Gute kommen sollte.

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