QR-Codes – Wenn schon, dann richtig!

Jedesmal, wenn ich Offline-Personalmarketingaktivitäten plane, stehe ich vor der Herausforderung: Soll ich einen QR-Code einbinden, oder lieber nicht? Nachdem mich letzte Woche eine Kollegin mit den Worten: „Du bist der einzige Mensch, den ich kenne, der QR-Codes scannt!“ als besondere Spezies der Smartphonenutzer klassifizierte, habe ich mal etwas nachgeforscht:

Zahl der QR-Code Nutzer übersichtlich
Das Für und Wider wird in der Onlinemarketingwelt seit Jahren immer wieder, jedoch ohne eindeutiges Ergebnis diskutiert. Die letzte mir bekannte Studie geht auf das Jahr 2012 zurück und sieht Deutschland in der Akzeptanz von QR-Codes in Europa auf Platz  1. Im Juni 2012 scannen 18,6% der 5,1 Mio Smartphonebesitzer in Deutschland  gelegentlich QR-Codes, macht also knapp 950.000 Smartphonenutzer in ganz Deutschland, die mit QR-Codes erreicht werden können. Vorausgesetzt, Sie zeigen jedem deutschen Smartphoneuser Ihren QR-Code! Wenn Sie die Reichweite des Trägermediums (z.B. Zeitschrift, Plakat) berücksichtigen und die Zielgruppenerreichung  ihres Mediums beachten, wird die Zahl derer, die vielleicht Ihren Code scannen nochmals wesentlich übersichtlicher. Ein „must have“ ist das Pixelquadrat nach meiner Meinung keinesfalls, jedenfalls nicht im Personalmarketing. Schaden kann es aber auch nicht, oder? Nicht, wenn es einigermaßen vernünftig eingesetzt wird.

7 Tipps zum Einsatz von QR-Codes: 

Landingpage lesbar
Die Zusatzinformationen, die der QR-Code verspricht, müssen auf einem Smartphone auch lesbar sein. Verweist der Code auf eine website, muß diese in einem Format vorliegen, das für mobile Geräte optimiert ist. Minimalanforderung ist ein Design, das wenigstens lesbar und navigierbar ist.

Ziel mit Mehrwert
Das Ziel des QR-Codes soll dem User einen Mehrwert geben. (Und ihre Offlinekampage in die Onlinemedien verlängern.) So könnten z.B. auf einem Imageplakat konkrete Stellenangebote durch den Code erreichbar sein.  Es müssen nicht immer websites via QR-Code verlinkt werden, denkbar sind auch Videos zum Unternehmen, Apps, z.B.  Spiele und Tests zur Berufsfindung, Funktionen zum Abonnieren des Job-newsletters oder die elektronische Visitenkarte des Recruiters, der telefonisch oder via Messenger Fragen beantworten kann.

LKW mit QR-Code

Der Abstand bestimmt die Größe. So geht’s!

Angemessene Größe
Um für Smartphones lesbar zu sein, benötigt der QR-Code eine bestimmte Größe, die zum einen vom Scan- (=Betrachtungs-) abstand, und zum anderen von der Datendichte abhängt. Bei Zeitschriften ist das kein Problem, hier können Codes mit Kantenlängen von 10mm noch gut erkannt werden, aber bei jeder Art von Out of home Medien wird es kritisch.  Ihre Poster werden für einen großen Betrachtungsabstand gestaltet, da wird der QR-Code schnell riesig, wenn er noch aus mehreren Metern Entfernung scannbar sein soll. Als Faustregel wird (bei optimaler Beleuchtung) gelegentlich genannt: Minimale QR-Code Größe = Scan-Abstand / 10 Also können wir bei einem Plakat an einer Bushaltestelle schnell auf eine Kantenlänge von 30 – 50cm kommen. Wie viel Platz ist dann noch für Ihre Botschaft?

Nur zusätzlich zur Klartext-url
Wenn Ihr QR-Code nicht zentraler Bestandteil der Kampagne sein soll, sollten Sie nicht auf die Angabe der URL für weitere Informationen, etwa Ihrer Karrierewebsite, verzichten. Denn wenn sie statt der Klartext–url , z.B. www.ihreKarriereseite.com, auschließlich den QR-Code verwenden, verweigern Sie der überwiegenden Zahl der Betrachter die entsprechende Information.

Passend zur Gestaltung
Wahrscheinlich haben Sie einiges an Zeit, Geld und Kreativität in die Gestaltung ihrer Employer Branding Kommunikation gesteckt. Zerstören Sie die gelungene Gestaltung nicht, indem sie unbedingt noch einen (ggf. riesigen) QR-Code einbauen wollen. Ich entscheide mich im Zweifelsfall immer dagegen.

Unbedingt testen
Bevor Sie Druckfreigaben erteilen, testen Sie unbedingt den verwendeten QR-Code. Leider kann auch der erfahrenste Korrektor den Code nicht ohne Reader dechiffrieren und, man glaubt es kaum, es gibt immer wieder Kampagnen, in denen der Dummycode, der nur für das Layout eingesetzt wurde, schließlich im finalen Produkt erhalten geblieben ist oder mit anderen Codes verwechselt wurde.

Zum Abschluß hier noch mein Lieblingsvideo zum Thema, das ich immer dann auspacke, wenn ich meiner Argumentation Nachdruck verleihen möchte.

Viel Spaß!

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