#deinjob Karrieremesse auf Twitter – Warum eigentlich nicht?

Am 22. und 23. Januar 2014 ist es soweit, unter dem Hashtag #deinjob findet die erste Karrieremesse auf Twitter statt. Und im Vorfeld gehen die Meinungen in der HR Blogosphäre auseinander. Von völliger Ablehnung bei Henner Knabenreich zu differenziert bis positiven Äußerungen bei Jo Diercks und Lutz Altmann.

#deinjob

Das Setup der virtuellen Veranstaltung ist in den genannten Beiträgen hinreichend beschrieben, es geht im Wesentlichen darum, dass einige bekannte Unternehmen jeweils für eine Stunde potenziellen Bewerbern für Fragen zur Verfügung stehen. Das machen sie auf ihren Twitterkanälen zwar grundsätzlich rund um die Uhr, doch zu den angegebenen Zeiten wird versprochen, augenblicklich zu antworten.  Ich bin gespannt, denn die Kritik, dass bisher wenig Dialog auf den Twitter-Karriereaccounts stattfindet, ist nicht von der Hand zu weisen.  Ich habe mir einmal die „Champions League“ der Karriereaccounts (nach dem Ranking von Jo Diercks) auf öffentliche Dialoge in den letzten Wochen hin angeschaut.  Seit dem 1. Dezember 2013 waren dort (bei sehr unterschiedlich intensiver Twitteraktivität der Unternehmen) folgende Ansätze von Dialog (also mindestens einmal Frage und Antwort) zu finden:

@DBkarriere (>11.000 Follower): 5 „Gespräche“
@discoverRB Renkitt-Benckiser (>10.000 Follower): 5 „Gespräche“
@Daimler_Career (>6.000 Follower): 2 „Gespräche“
@call_teleteam (>4.000 Follower): 0 „Gespräche“
@TelekomKarriere (>4.000 Follower): 1 „Gespräch“
@BayerKarriere (>3.000 Follower): 0 „Gespräche“
@Unilever_Talent (>3.000 Follower): 0 „Gespräche“
@Krones AG (>3.000 Follower): 8 „Gespräche“

Das ist, auch unter Berücksichtigung der Feiertage, wirklich nicht viel.
Doch woran liegt das? Am Angebot wahrscheinlich nicht, denn die genannten Unternehmen twittern in der Regel mehrmals täglich. An der Bekanntheit auch nicht, alle Unternehmen haben schließlich mindestens 3.000 Follower.

Mir drängt sich die Vermutung auf, dass Jobsucher Twitter überwiegend (noch) nicht als Medium nutzen, um mit Unternehmen öffentlich in Kontakt zu treten. (Eine Erhebung der Direktnachrichten wäre sicher interessant, um die Akzeptanz des Kanals genauer zu analysieren.) Auch wenn ich als Unternehmen aktiv auf Twitter nach Stellensuchenden fahnde, ist es kaum möglich diese zu finden, Suchen nach #stellengesuch, #jobsuche, #suchejob usw. bringen jedenfalls außerordentlich dürftige Ergebnisse.

Ich bin gespannt auf die Ergebnisse der #deinjob Karrieremesse. Aktive, öffentliche Jobsucher auf Twitter sind wohl eher Mangelware und systembedingt ist die Messe nur für Twitterati zugänglich. Ob das für einen Dialog reicht?

Immerhin, es ist einen Versuch wert, wir alle können (auch als Zuschauer) Erfahrungen mit der Akzeptanz der Aktion in der Zielgruppe sammeln. Wir werden sehen, wie viele  Jobsucher dazu bereit sind, ihre Situation öffentlich zu machen. Wir können beobachten, ob die Möglichkeiten, die Twitter bietet, überhaupt zum Dialog mit Stelleninteressierten ausreichen.  Die teilnehmenden Unternehmen gewinnen an Sichtbarkeit und stellen sich ins Spotlight der Twitteröffentlichkeit. Das ist nicht ohne Risiko, denn die Wahrscheinlichkeit von provokativen und unangenehmen Anfragen schätze ich recht hoch ein.

Ich verstehe allerdings nicht, warum die Aktion auf einige wenige Unternehmen beschränkt sein soll. Wäre nicht ein „Tag der Karriere“ (oder ein Vormittag, Nachmittag, Abend), der für alle Arbeitgeber offen ist und sich eines gemeinsamen Hashtags (#tdk) bedient, ein größerer Wurf?

Update 9.2.2014: Nach #deinjob – Erfolgreich oder nicht, es kommt auf die Perspektive an

Nachdem #deinjob nun Geschichte ist, fällt der Rückblick eigentlich nicht überraschend aus. Die teilnehmenden Unternehmen hatten etwas Dialog mit Interessenten, konnten Standardfragen sowie einige individuelle Nachfragen beantworten, haben wahrscheinlich die ein oder andere Direktnachricht bekommen und vielleicht auch Bewerbungen generiert. Verglichen mit den von mir oben beschriebenen Dialogintensitäten also ein voller Erfolg über eine vergleichsweise kurze Zeitspanne. Im Vergleich mit dem, was im Social Media Personalmarketing theoretisch möglich wäre, nur ein kleiner Tropfen auf einem (vielleicht gar nicht mehr so) heißen Stein.

Umfassendere Nachberichte und Teilnehmerstimmen gibt es hier:
http://blog.recrutainment.de/2014/02/03/aktualisiertes-ranking-der-unternehmens-karriere-kanaele-bei-twitter-hatte-deinjob-einen-effekt/

http://www.personalmarketingblog.de/deinjob-das-twitter-interview-mit-den-unternehmen-in-der-zusammenfassung-2

http://karrierebibel.de/tag-2-der-twitter-jobmesse-nachlese-der-unternehmen-deinjob/

http://www.jeeha.com/mein-fazit-zu-deinjob/

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